Lautstärkemessung nach der DIN 15905-5 - mit 10EaZy Pro
Anlässlich des „Ich + Ich“ Konzertes in der Frankfurter Jahrhunderthalle wurde eine Lautstärkemessung nach der DIN 15905-5 durchgeführt.
Die DIN 15905-5 soll Besucher von Veranstaltungen davor schützen zu hohen Schallpegeln durch Beschallungsanlagen ausgesetzt zu sein. Die Einhaltung der in der DIN vorgegebenen Richtwerte wurde mit einem 10EaZy Pro Messsystem von der Firma Spektrum aus Mainz dokumentiert und auch vor Ort betreut.

Die Beschallung wurde durch die Firma Audio Smith aus Berlin durchgeführt. Zum Einsatz kam ein Line Array von EAW und 4 Near Fills von Nexo auf der Bühnenvorderkante.
Nachdem die Beschallungsanlage durch die Beschallungsfirma fertig konfiguriert war konnte das 10EaZy System eingerichtet werden. Zuerst wurde der lauteste Punkt im Publikumsbereich mit einem Handschallpegelmesser ermittelt. Zum Ermitteln des lautesten Punktes und der erforderlichen Korrekturwerte wurde über die PA jeweils ein rosa Rauschen mit unverändertem Pegel wiedergegeben. Der lauteste Punkt im Publikumsbereich befand sich in ca. 8m Entfernung vor der Bühne jeweils vor der rechten bzw. linken „Banane“ des Line Arrays. Besonders zu beachten war auch die Lautstärke auf der weiter entfernten Tribüne. Die hier erreichte Lautstärke war nur geringfügig leiser als am lautesten Punkt vor der Bühne, was man in der Folge auch an den ermittelten Korrekturwerten erkennen kann.
Als Ersatzimmissionsort wurde eine Position vor dem FOH Platz in 3m Höhe gewählt.
Am Anfang der eigentlichen Messung steht die Eingabe der Daten, die zum Erstellen des Messprotokolls erforderlich sind und die Kontrolle der Kalibrierung. Zur Kalibrierung wird ein Luftschallkalibrator Klasse 2 auf das Messmikrofon aufgesetzt und das System wird je nach Kalibrator auf 94dB bzw. 114dB kalibriert. Danach erfolgt das Eingeben aller relevanten Daten. Hierzu zählen neben den Angaben zum Veranstalter und der durchführenden Messfirma auch Angaben zu dem gewählten „lautesten“ Punkt und dem „Ersatzmesspunkt“.
Sind all diese „Formalitäten“ erledigt, erfolgt das Ermitteln der Korrekturwerte. In diesem Fall (wie wahrscheinlich in den meisten Fällen) wurden die Korrekturwerte durch eine Vergleichsmessung ermittelt. Dieser Vorgang ist in der 10EaZy Software ausführlich beschrieben und sollte somit kein Problem darstellen. Wichtig ist in jedem Fall, dass man ein rosa Rauschen mit unverändertem Pegel an beiden Messpunkten messen kann.
Aus diesen zwei Messungen werden dann die A und C bewerteten Korrekturwerte bestimmt.
Die Korrekturwerte waren in diesem Fall -0,1dB A bewertet und 1,7dB C bewertet. Am negativen Vorzeichen des A bewerteten Korrekturwertes kann man erkennen, dass in den ersten Reihen der Tribüne eine ähnliche Lautstärke zu Messen war wie am lautesten Punkt im Publikumsbereich vor der Bühne. Die Messung wurde bereits während des Soundchecks gestartet und lief ununterbrochen bis zum Veranstaltungsende.
Während der Veranstaltung war es den FOH Technikern jederzeit problemlos möglich Ihre Lautstärke durch die übersichtliche Gestaltung des großen Anzeigefensters zu überwachen.
Neben den zwei Werten für den LAeq über 30min. und dem LCpeak, die numerisch angezeigt werden, gibt es zwei „grafische“ Anzeigen, die eine schnelle intuitive Orientierung ermöglichen. Zum einen wird durch die „MAM“ mit grünen und roten „LEDs“ angezeigt ob und wie viel man sich gerade unter oder über dem Grenzwert von 99dBA befindet und zum anderen gibt es ein Verlaufsfenster über die 30minütige Messperiode. Hier erscheint ein Messwert pro Minute. An diesem Verlauf kann man sich sehr gut orientieren und rechtzeitig die Lautstärke reduzieren falls es erforderlich ist.
Vergangene Messperioden und weitere Messwerte, wie zum Beispiel ein CPeak hold werden in einem „History“ Fenster auf einen Blick dargestellt. Damit ist jederzeit ein Überblick über die gesamte Messung möglich.
Zum Abschluss der Messung wurde das System erneut mit dem Druckschallkalibrator auf 94dB kalibriert um sicher zu stellen, dass auch am Ende der Messung kein falsches Messergebnis durch eine falsche Kalibrierung ermittelt wurde.
Messprotokoll (pdf) zum download